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DIE SCHLÖSSER
Zu Füßen der Dolomiten erhebt sich das Castel Stenico auf dem Gipfel eines Hügels, der das gleichnamige Dorf überragt. Es ist eines der ältesten Beispiele der Entwicklung der Burgen (schon im Jahr tausend erwähnt), die bis zur österreichischen Herrschaft andauerte. Seine Geschichte ist mit den Fürstbischöfen von Trient verbunden, die es der jeweiligen Kunstrichtung entsprechend in eine elegante, sichere Burg verwandelten. Beachtlich sind diesbezüglich die Fresken in den Hauptsälen, die vielleicht ein Werk des malers Marcello Fogolino sind, der schon am Hof von Bernardo Clesio in Trient tätig war.
castelloMit der Besetzung durch die Napoleonischen Truppen im 18. Jahrhundert begann sein Verfall; 1829 brachte der neue Besitzer Österreich dort die Ämter des kaiserlich-königlichen Gerichts des Tals unter und errichtete hinter der Mauer gegen Süden eine Verbindung zwischen den zwei schon bestehenden Bauwerken. Nachdem es an Italien übergegangen war, begannen im Jahr 1910 die ersten Restaurierungsarbeiten, die 1973 im Auftrag der Autonomen Provinz Trient weitergeführt wurden, welcher die Zuständigkeit übertragen worden war (bis 1957 wurde ein Teil des Schlosses als Carabinieriwache von Stenico benutzt).
Man erreicht den Burgkomplex über eine steile Steigung, welche den Dorfplatz der Ortschaft Stenico mit der nördlichen Außenschutzmauer verbindet, und kommt an dem Bauwerk vorbei, wo einst die Ställe der Burg waren, und das zum Hotel umgebaut wurde. Der Eingang, ein von einem grünen Wäldchen umrahmtes Rundbogenportal, umfasste ursprünglich runde, oben geöffnete Wachtürmchen. Wie die Burg einst aussah kann man in dem Freskenzyklus “Monatsbilder” im Adlerturm (etwa 1400) im Schloss Buonconsiglio in Trient sehen. Es beherbergt Ausstellungen, Gegenwartskunst- und Fotowettbewerbe und eine beachtliche archäologische Abteilung über die alte Geschichte des Gebietes. Die Burg ist in Besitz der Autonomen Provinz Trient – Abteilung Schloss Buonconsiglio, Landesdenkmäler und Sammlungen. Es kann jeden Tag außer montags besucht werden (in der Saison jeden Mittwoch kostenlose Führung nach Voranmeldung)
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Auf der anderen Seite des Tals erhebt sich in einem Wald am Rand der Lomaso-Ebene das Castel Campo, eine der am besten erhaltensten Burgen der Provinz: ein monumentaler Komplex mit zwei außergewöhnlichen zylindrischen Ecktürmen, die einen eleganten mittelalterlichen Hof einschließen; die Burg ist von einem schattigen, von zwei steilen Tälchen begrenzten Wald umgeben..
castello2Gemäß der Charakteristiken dieses Judikariengebietes könnte der Ursprung ein Gemeinschaftszufluchtsort gewesen sein, auch aufgrund der guten Lage, d.h. geschützt, gleichzeitig jedoch in der Nähe der wichtigsten Verbindungswege zwischen den Inneren und den Äußeren Judikarien. Schon 1190 war es als Eigentum der Campo (aus dem gleichnamigen Dorf) bekannt, eine mächtige Familie mit Vasallen und Tributpflichtigen in vielen Pfarren der Judikarien, welche auch die Schlösser Toblino und Merlino (verschwunden) besaß.
Die Adelsfamilie Campo, die oft mit den Familien Arco und Lodròn in Streit lag, versuchten vergeblich das Schloss Stenico der unmittelbaren bischöflichen Verwaltung zu entreißen.
Mehrere Umbauten haben den Festungsaspekt fast völlig verwischt: im 15. Jahrhundert verliehen die Magistri comacini vom Luganer See dem Bauwerk ein spätgotisches Aussehen und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird es in eine romantische Villa verwandelt (jüngere Restaurierungsarbeiten haben Fresken aus dem 16. Jahrhundert ans Licht gebracht, auf denen die Burg und im Hintergrund Stenico zu sehen ist; daneben das Wappen der Grafen Trapp).
Bedeutend ist das Jahr 1920, als die Familie Rasini aus Mailand (die gleiche, die sich auch um das Haus und Schloss von Leonardo da Vinci in der Toskana kümmerte) das Bauwerk erwarb und tiefgreifende Restaurierungsarbeiten vornahm. Die Dichterin Ada Negri, die sich dort aufhielt, beschrieb den Zauber des Castel Campo liebevoll, “so schön, das es geradezu künstlich scheint!”.
Überquert man die bestellte Ebene von Lomaso erhebt sich dem Castel Campo fast gegenüber das als Gemeinschaftszufluchtsort entstandene Castel Spine (schon 1205 in Besitz der Lokalbevölkerung).
Als dann im 15. Jahrhundert die verschiedenen um den Hof angeordneten Gebäude zu einem einzigen Komplex zusammengeschlossen werden, erscheint es ohne den charakteristischen Bergfried gewiss anomal. Die Wohn- und Verteidigungsrolle verschmelzen somit in der gemeinsamen Notwendigkeit seiner Bewohner. Die Burg ging dann an die Herren von Arco, welche bei ihrer Expansion in den Judikarien daraus einen vorgeschobenen Posten machten. Die wiederholten Auseinandersetzungen mit den Campo wurden unausweichlich, bis man es schließlich, als ein Gleichgewicht erreicht worden war, in ein Jagdschloss umwandelte (16. Jahrhundert).
Nachfolgend erlitt es vielerlei Beschädigungen, unter anderem durch den Gebrauch desselben als Steingrube. Die von der Autonomen Provinz Trient durchgeführten Restaurierungen sind aus jüngster Zeit. Vom Castel Spine genießt man ein weites Panorama über das Gebiet Fiavè, die Lomaso Ebene, die abgetragenen Terrassen von Bleggio und auf die Hänge des Banale.
Die Hochebene Bleggio wird von den Ruinen des Castel Restor beherscht, das schon Mitte des 13. Jahrhunderts erwähnt wurde, als der Fürstbischof von Trient Egnone den Feudalbesitz Federico d’Arco schenkte und ihm erlaubte es in eine Festung umzuwandeln; als Gegenleistung verpflichtete dieser sich, der Bevölkerung von Bleggio im Fall einer Gefahr dort Unterkunft zu gewähren.
1298 ist das Schloss Sitz des Gerichtes und befestigter Vorposten der Dynastie d’Arco, die von den Adeligen der Judikarien Campo und Lodron bekämpft wird, und denen es in der erstencastello3 Hälfte des 14. Jahrhunderts gelingt, die Burg zu besetzen.
Im späten 15. und im 16. Jahrhundert ist Restor wie Castel Spine Kontrollpunkt der Familie d’Arco über die Liegenschaften des Gebietes.
Gegen 1670 führen verschiedene Probleme dazu, dass die Besitzer es immer seltener besuchen und einem Verwalter anvertrauen, der die Gebäude reparieren läßt.
Nachfolgend wurde es vernachlässigt und verfiel. Die im März 1999 begonnenen Restaurierungsarbeiten geben dem Bauwerk seine von Ablagerungsmassen verborgene ursprüngliche Struktur wieder.
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